Putzzeug verschmutzt: Pilzgefahr
In vielen Ställen mit mehreren Einstellern, im Reitschulbetrieb oder im Offenstall wandert Putzzeug von Pferd zu Pferd: Der Striegel liegt gerade da, die Kardätsche des Nachbarn ist schneller zur Hand. Praktisch ist das – aber nicht ohne Risiko. Bürsten, Striegel, Hufkratzer, Decken und Sattelunterlagen können Hauterreger wie Pilzsporen von einem Tier zum anderen tragen, besonders wenn sie selten gereinigt werden. Dieser Ratgeber erklärt, warum eigenes Putzzeug sinnvoll ist, wie Sie es richtig reinigen und was im Verdachtsfall gilt. Putzsets und Bürsten finden Sie in der Kategorie Putzzeug & Fellpflege.
Warum geteiltes Putzzeug ein Risiko sein kann
Hautpilz gehört zu den häufigeren ansteckenden Hautproblemen beim Pferd. Die Sporen haften an Haaren und Hautschuppen, die sich in Borsten, Polstern und Stoffen sammeln, und können in der Umgebung lange überdauern. Wird dasselbe Putzzeug ohne Reinigung bei mehreren Pferden verwendet, gelangen sie leicht von einem Tier zum nächsten. Wie hoch das Risiko im Einzelfall ist, lässt sich nicht seriös in Zahlen fassen. Die Logik ist aber einfach: Je mehr Pferde ein Zubehörteil ungereinigt teilen, desto mehr Gelegenheiten zur Übertragung entstehen. Das gilt nicht nur für Bürsten, sondern ebenso für Decken, Schabracken, Sattelgurte und Halfter.
Wichtig für Sie selbst: Hautpilz beim Pferd kann auch auf Menschen übertragen werden. Waschen Sie sich nach dem Putzen die Hände, besonders wenn ein Pferd Hautveränderungen zeigt, und lassen Sie eigene Hautveränderungen ärztlich abklären.
Eigenes Putzzeug als einfache Grundregel
Der einfachste Schritt ist, jedem Pferd ein eigenes, klar gekennzeichnetes Putzzeug zuzuordnen – etwa über eine eigene Putztasche mit Namensschild oder eine Farbe pro Pferd. Das verringert das Übertragungsrisiko deutlich und erleichtert die Routine: Wer sein Zubehör griffbereit hat, putzt tendenziell regelmäßiger. In Reitschulen, in denen das nicht für jedes Schulpferd machbar ist, hilft zumindest eine feste Zuordnung pro Box oder Stallgasse, kombiniert mit regelmäßiger Reinigung.
Was bei einem Verdachtsfall gilt
Bemerken Sie an Ihrem Pferd runde, kahle Stellen, aufgestellte Haarbüschel, Schuppen oder Krusten, ziehen Sie den Tierarzt hinzu – nur er kann die Ursache sicher feststellen. Bis dahin gilt:
- Für das betroffene Pferd ausschließlich eigenes Putzzeug, eigene Decken und eigenes Sattelzeug verwenden.
- Das betroffene Pferd zuletzt putzen und danach die Hände waschen; im Verdachtsfall Handschuhe tragen.
- Stallbetreiber und Stallkollegen informieren, damit auch sie aufmerksam sind.
- Mit dem Tierarzt klären, wie Putzzeug, Decken und Ausrüstung gereinigt oder desinfiziert werden sollen und was besser ersetzt wird.
Reinigung als zweite Säule
Auch eigenes Putzzeug sollte regelmäßig gereinigt werden, denn Schmutz, Schweiß, Hautschuppen und lose Haare setzen sich zwischen den Borsten fest. So gehen Sie vor:
- Nach jedem Putzen: Bürsten gegeneinander oder am Striegel ausklopfen, lose Haare entfernen.
- Regelmäßig gründlich: Bürsten und Striegel in lauwarmem Wasser mit etwas milder Seife auswaschen, dabei die Zwischenräume der Borsten erreichen, gut ausspülen.
- Trocknen: Bürsten mit den Borsten nach unten vollständig durchtrocknen lassen, bevor sie zurück in die Tasche kommen – Feuchtigkeit in der Tasche begünstigt Schimmel und Geruch.
- Tasche nicht vergessen: Auch die Putztasche selbst gelegentlich ausleeren und reinigen.
Welche Bürste wofür?
Ein eigenes Set muss nicht groß sein, aber jedes Teil hat seine Aufgabe:
- Gummistriegel: löst mit kreisenden Bewegungen Schmutz und lose Haare an Hals, Rumpf und Kruppe; für Kopf und Beine ist er meist zu grob.
- Wurzel- oder Schmutzbürste: mit harten Borsten für angetrockneten Schmutz, vor allem an den Beinen.
- Kardätsche: weiche, dichte Bürste, die den gelösten Staub aus dem Fell holt; sie wird zwischendurch am Striegel ausgestrichen.
- Weiche Kopfbürste: für Gesicht und empfindliche Stellen.
- Mähnen- und Schweifbürste: mit weiten, abgerundeten Borsten oder Zinken, siehe Pferd scheuert sich die Mähne.
- Hufkratzer: gehört in jede Tasche und wird ebenfalls nur für ein Pferd genutzt.
Worauf beim Kauf eines eigenen Sets achten?
Ein komplettes Putzset mit eigener Tasche ist ein praktischer Einstieg, um konsequent bei einem eigenen, klar zugeordneten Zubehör zu bleiben. Achten Sie auf eine Tasche mit Fächern, damit sich die einzelnen Teile nicht gegenseitig verschmutzen, auf abwischbares Material und auf Bürsten, die sich gut auswaschen lassen. Das Covalliero Pflegeset Premium und das Chevalon-Set bringen laut Titel eine Putztasche mit; beim Einsteiger-Set nennt der Titel keine Tasche – hier brauchen Sie gegebenenfalls eine eigene Aufbewahrung. Einen Hufkratzer sollten Sie ebenfalls nur für ein Pferd nutzen, siehe Hufkratzer richtig benutzen.
Decken, Sattelzeug und Hände nicht vergessen
Hygiene endet nicht bei der Putztasche. Decken, Schabracken, Sattelgurte, Gamaschen und Halfter liegen direkt auf der Haut und können Hautschuppen und Sporen ebenso weitertragen. Verleihen Sie diese Dinge im Stall möglichst nicht, waschen Sie Textilien regelmäßig nach Herstellerangabe und lassen Sie sie vollständig trocknen. Und nicht zuletzt: Waschen Sie sich nach dem Putzen die Hände, bevor Sie zum nächsten Pferd gehen.
Bei Hautveränderungen: zum Tierarzt
Dieser Ratgeber behandelt ausschließlich Hygienemaßnahmen rund um Putzzeug. Kahle Stellen, Krusten, Rötungen oder Juckreiz sind ein Fall für den Tierarzt – Hauterkrankungen lassen sich von außen nicht sicher unterscheiden, und eine eigenmächtige Behandlung kann die Diagnose erschweren. Scheuert sich Ihr Pferd vor allem an der Mähne, hilft der Ratgeber Pferd scheuert sich die Mähne beim Einordnen. Einen Überblick über sinnvolle Grundausstattung gibt die Checkliste zur Erstausstattung.
Putzsets im Überblick
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Weitere Sets im Vergleich: Beste Putzzeug-Sets 2026.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich mein Putzzeug reinigen?
Kann Hautpilz vom Pferd auf Menschen übergehen?
Muss Putzzeug nach einem Pilzfall entsorgt werden?
Was tue ich, wenn ich Hautveränderungen bemerke?
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